Die beiden Brüder Ali und Basti Schwarz sind seit 1996 als DJ- und Produzententeam Tiefschwarz unterwegs. Ihr Sound steht für deepen House und anspruchsvollen Techno. Passend zu warmen Sommernächte haben Tiefschwarz gerade ihr drittes Album “Chocolate” veröffentlicht.
Frühstyler: Seid Ihr mit dem Ergebnis rundum zufrieden?
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Basti: Bei den letzten beiden Alben war’s tatsächlich so, dass wir immer dachten: ‘Na ja jetzt müssen wir noch ein bisschen feilen und da noch ein bisschen bis zur letzten Sekunde’. Das war diesmal nicht so. Wir hatten wirklich gesagt teilweise: ‘Die Tracks sind fertig’ – fertig, weggelegt. Das war wirklich das erste mal und das heißt einfach, das wir ein gutes Gefühl hatten bei der Produktion.
Ali: Wir haben natürlich uns doch noch ein Hintertürchen aufgehalten, weil wir diesmal auf einen Punkt kamen und wir haben uns auch eine eigene Deadline gesetzt, weil wir auch das Label betreiben, mussten wir ja, das ist zwar schrecklich, aber…dann das Hintertürchen heißt “More Chocolate” und das ist ein Digitalalbum on top und das sind nochmal sieben Titel und da konnten wir uns dann wieder ein bisschen weiter austoben. Insofern, hatten wir den physischen Tonträger fertig und haben dann noch weiter produziert und jetzt kommen nochmal sieben Dgitaltracks on Top, die ein bisschen mehr Club-, House- Techno- und dynamischer noch nach vorne sind. Das war einfach nochmal so ein Bonbon, das uns wichtig war.
Frühstyler: Deutschland hat momentan im internationalen vergleich die Nase vorn, wenn es um elektronische Musik geht. Das zeigt sich auch auf der schon einmal totgesagten Partyinsel Ibiza. Den Sound der Insel prägt maßgeblich seit einigen Jahren elektronische Musik “Made in Germany”. Geht’s seitdem auch mit den Besucherzahlen wieder aufwärts?
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Ali: Ibiza hat wieder eine absolute Sonderstellung. Was stattgefunden hat, war ein Generationswechsel, ein musikalischer. Das progressiv, trancige, Cheesy-, Vocal-, whatever-House Ende der 90er Jahre, das hat sich verabschiedet und dank solcher Kraftleistungen von Sven Väth mit Cocoon, der ja wirklich 10 Jahre lang gebaggert und geackert hat und plötzlich hat sich die musiklische Welt um 180 Grad gedreht und gerade elektronische Musik aus Deutschland als einer der federführenden Sounds, ist der Populärsound der Insel geworden. Also jetzt nicht der kommerzielle Sound, sondern der populäre Sound. Qualitativer toller Techno und House ist der Sound der Insel und die Leute strömen zu diesen Veranstaltungen.
Basti: Ich glaube, dass es dieses Jahr auch eine Bomben-Saison gibt, wirklich. Letztes Jahr war’s echt OK, super, aber ich glaube dieses Jahr knallt’s nochmal so richtig. Sagen wir zwar jedes Jahr…
Ali: Aber wirklich, der Sound hat sich total etabliert, das ist irre, was da passiert ist.
Frühstyler: Ihr seid beide über 40, es gibt zwar weitaus ältere, aktive und weltweit erfolgreiche DJs, aber das ist dennoch ein Alter, wo man darüber nachdenkt mal etwas kürzer zu treten, oder?
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Ali: Wir lieben unseren Job und wir wollen den auch noch so lange wie möglich machen, solange unsere Gesundheit, Gehör und Nerven mitspielen. Aber ganz klar: Nach einer gewissen Zeit Vollgas musst Du das reduzieren. Du willst das dann auch reduzieren, ich glaube das ist einfach nur menschlich. Es muß ja nicht sein, dass man nur einmal im Monat auflegt, aber dass es nicht mehr die Mühle ist. Einfach ein bisschen reduzieren und Luft für etwas anderes lassen, also das ist glaube ich ganz normal.
Basti: Das tut ja auch echt gut. Wann bin ich das letzte mal am Hackeschen Markt oder in Berlin auf einem Flohmarkt Sonntags gewesen oder irgendwie durch Berlin gelaufen an einem Wochenende. Das kommt jetzt zwar immer mehr, aber die letzten Jahre war das immer undenkar. Da bist Du Sonntags nach Hause gekommen, hast Dich zwar Mittwochs schon wieder auf den Flieger gefreut, aber Du bist einfach nie am Wochenende da gewesen. Donnerstag bis Sonntag bist Du nie dagewesen. Wie gesagt: Mit Freunden Sonntagnachmittag an den See ‘ne Wurscht essen – ist nicht, aber es liegt ja an uns…
Ali: Wenn überhaupt ist das Jammern auf hohem Niveau. Also wir wollen uns nicht beklagen hier. Wir wissen um die Besonderheit unseres Jobs und müssen eigentlich dankbar sein dafür.
Basti: Sind wir ja auch.
Frühstyler: Wir wünschen Euch einen schönen Sommer. Danke für’s Gespräch.
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